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Ein Praktikum in Namibia 🇳🇦🌍

Mein Name ist Mattis Lippe und in diesem Jahr habe ich meine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher am Edith-Stein-Berufskolleg erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen des Erasmus+ Programms bekam ich erneut die Möglichkeit, wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln, nachdem ich bereits im vergangenen Jahr ein Praktikum in Riga (Lettland) absolvieren durfte. 

Durch einen Kontakt, den ich in Riga kennengelernt habe, bin ich an die Praktikumsstelle in Windhoek gekommen. An der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) in Windhoek durfte ich spannende Einblicke in die pädagogische Arbeit im Kindergarten gewinnen.

Der Kindergarten der DHPS betreut rund 100 Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Vorschulalter. Ich finde es besonders spannend zu beobachten, wie die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren voneinander lernen und wie die Pädagog:innen diese Lernprozesse begleiten und fördern. Das gegenseitige Lernen der Kinder findet viel im Freispiel und auf dem Außengelände statt. 

Ob täglicher Morgenkreis, individuelle Förderung, Projektarbeit oder verschiedene Routinen im Tagesablauf,  viele pädagogische Ansätze und Strukturen finden sich auch in deutschen Kindertageseinrichtungen wieder. Gleichzeitig gibt es zahlreiche neue Eindrücke und Perspektiven, die meinen eigenen pädagogischen Blick erweitern. 

Besonders bereichernd war für mich dabei der Austausch mit den pädagogischen Fachkräften vor Ort. Durch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und Erfahrungen entstanden interessante Gespräche über Bildung, Erziehung und den pädagogischen Alltag. Dabei wurde deutlich, dass Kinder, unabhängig davon, wo sie aufwachsen, ähnliche Bedürfnisse haben: Sie möchten entdecken, ausprobieren, dazugehören und in ihrer Entwicklung bestärkt werden. Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Wege, diese Bedürfnisse im pädagogischen Alltag aufzugreifen.

Auch für meine persönliche Entwicklung war diese Zeit eine große Bereicherung. Ein Praktikum in einem anderen Land bedeutet nicht nur, eine neue Einrichtung kennenzulernen. Es bedeutet auch, die eigene Komfortzone zu verlassen, sich auf neue Situationen einzulassen und mit Offenheit auf Menschen und eine andere Kultur zuzugehen. Das Verlassen der eigenen Komfortzone ist für mich nicht immer einfach gewesen, aber wenn man sich darauf einlässt, kann man sehr viel dabei lernen und seine persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln. 

Neben den Erfahrungen im Kindergarten begeistert mich Namibia auch durch seine beeindruckende und unglaublich vielfältige Natur. Viele besondere Orte sind zwar nur mit einigen Autominuten zu erreichen, doch die Fahrt lohnt sich definitiv! 
Ob die Weite der namibischen Landschaft, die Begegnungen mit Tieren oder die beeindruckenden Sonnenuntergänge. Jeden Tag gibt es die Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken.

Besonders schön ist es, die Erlebnisse aus dem pädagogischen Alltag in der freien Natur, in der nur das Vogelzwitschern und der Wind zu hören ist, verarbeiten zu können. 

Dass ich diese Möglichkeit erhalten habe, verdanke ich dem Edith-Stein-Berufskolleg und dem Erasmus+ Programm. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir von der Schule die Chance gegeben wurde, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren und dabei sowohl fachlich als auch persönlich weiter zu wachsen. Bereits mein Praktikum in Riga im vergangenen Jahr hat mir gezeigt, wie wertvoll solche internationalen Erfahrungen sein können. Die Möglichkeit, nun erneut ein anderes Land, eine andere Kultur und eine weitere pädagogische Einrichtung kennenzulernen, empfinde ich deshalb als etwas ganz Besonderes.

Ich möchte mich daher ganz herzlich bei der Schule für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken, als erster Schüler der Schule eine pädagogische Einrichtung auf einem anderen Kontinent besuchen zu dürfen. Solche Möglichkeiten eröffnen neue Perspektiven, schaffen Erinnerungen und begleiten einen oftmals noch lange über die eigentliche Ausbildungszeit hinaus. Für mich ist diese Erfahrung ein ganz besonderer Abschluss nach meiner Ausbildung und gleichzeitig ein wichtiger Schritt, bevor ich in Deutschland meine Arbeit als eine pädagogische Fachkraft wieder aufnehme. 

Ich hoffe, dass sich viele Schülerinnen und Schüler diese Chance nicht nehmen lassen und die grenzenlosen Möglichkeiten und Chancen für die persönliche Entwicklung hinter diesem Projekt erkennen. 
Für mich waren diese Praktikumserfahrungen eine der tollsten beruflichen Erfahrungen, die ich bisher machen durfte. 
Und ganz sicher werden diese schwer zu toppen sein!